WG Enger
StartseiteImpressumKontakt
Schulleitung
Ansprechpartner/innen
Termine
Schulportrait
Schulprogramm
Unterricht
Individuelle Förderung
Unter-, Mittel-, Oberstufe
AGs/Projekte
Aquarium AG
Cambridge-Zertifikate
Golf AG
Jugend debattiert
Kunst
Schulgarten
Schülerfirma
Sport Stacking
Stricken
Tennis
Theater AG
WEDGE
Wettbewerbe
Rumpelstilzchen
Fahrten
WGE International
Beratung
Werte und Regeln
Schülervertretung
Eltern für Eltern
Förderverein
Presse
Photostrecken
Downloads
Mensa
Vertretungsplan

Vom Amoklauf eines Teenagers

Englisch-Theater AG glänzt mit der Aufführung „Bang Bang You’re Dead“

VON STEFANIE BOSS

Enger. „Es war sehr anstrengend, diese Rolle zu spielen, denn man merkt dabei den psychischen Druck”, so Valentin Rössl von der Englisch-Theater-AG (Wedge) des Widukind-Gymnasiums, der im Stück „Bang Bang You’re Dead” von William Mastrosimone, das am Dienstag aufgeführt wurde, die Figur des Josh verkörperte.

Josh ist ein Teenager, der nach einem Amoklauf, bei dem er seine Eltern und fünf Mitschüler getötet hat, in einer Gefängniszelle sitzt. Der Zuschauer gewinnt Einblicke in seine Vorgeschichte, kann seine Wut, Angst und Verzweiflung spüren und erlebt mit, wie die schlimmen Ereignisse albtraumartig immer wiederkehren und Josh schließlich erkennt, dass nicht nur das Leben seiner Opfer ausgelöscht, sondern auch seine eigene Zukunft zerstört ist.

Der Autor möchte mit seinem Stück, das er unter dem Eindruck von Massakern an amerikanischen Schulen schrieb, das Bewusstsein für die Problematik von Amokläufen erhöhen.

Beeindruckt von der starken sprachlichen und schauspielerischen Leistung der Theater-AG, war das Publikum doch betroffen und schockiert über das Gesehene. „Amerika ist zwar weit weg, aber das Thema ist nähergekommen, gerade wen man an Erfurt oder Emsdetten denkt”, erklärte Burkhardt Rother, Psychologe vom Schulpsychologischen Dienst, der eingeladen worden war, um im Anschluss an das Stück mit den Zuschauern über ihre Gedanken zu sprechen, zu diskutieren und Antworten auf entstandene Fragen zu geben.

„Ich denke, dass Ängste und Zweifel, wie man sie bei Josh sehen konnte, normal sind und dass viele Menschen sie haben” meinte Andrew Dyck, der aus Kanada zu Gast in Enger war, „aber nicht jeder geht los und schießt auf andere.” Wie kann man so was erkennen?

„Man kann kein Raster bilden, denn jeder Amokläufer hat sein eigenes Muster”, erklärte Burkhardt Rother. Auch könne man die Schuld an einem solchen Geschehen nicht eindeutig zuordnen, weder allein dem Täter, noch der Gesellschaft oder Computerspielen und Filmen, obwohl das Umfeld, insbesondere Eltern, Schule und Freunde natürlich eine Verantwortung für die Sozialisation von Jugendlichen hat.

„Ich hatte bei meiner Arbeit schon mit Menschen zu tun, bei denen ich Sorge hatte, dass sie für sich oder andere gefährlich werden können oder die es sogar geworden sind”, erzählte der Psychologe. „Das Einzige was hilft, ist, Beziehungen einzugehen. Es muss dafür aber auch Beziehungsangebote von anderen geben”, betonte Burkhard Rother.

„Und das Wichtigste ist, dass wir alle achtsam miteinander umgehen – in allen Lebenslagen“, betont der Psychologe.

© 2009 Neue Westfälische
10 - Enger-Spenge, Donnerstag 12. Februar 2009

Zurück zur Übersicht