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Das Sozialpraktikum, das unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 absolvieren, soll ihnen Lernerfahrungen bieten, die über Unterricht, Schulleben, Familie und Alltag hinausgehen.

Entgegen den üblichen Betriebspraktika, die den Schülerinnen und Schülern Einblicke in das Berufsleben geben sollen, geht es in diesem Praktikum um Menschen, die ohne menschliche und finanzielle Hilfe anderer nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten ein selbstständiges Leben führen können und im öffentlichen Leben nicht vorzukommen scheinen.

Aufgrund der veränderten gesellschaftlichen und familiären Lebensbedingungen erscheint es heute besonders notwendig, jungen Menschen Einblicke in Lebenswelten und Lebensbedingungen zu ermöglichen, die über ihren persönlichen familiären Kontext, ihren Alltagserfahrungen hinausgehen.
Deshalb findet das Sozialpraktikum ausschließlich in Einrichtungen statt, in denen behinderte, pflegebedürftige oder kranke Menschen betreut werden. Den Praktikantinnen und Praktikanten wird die Möglichkeit zu konkreten Lernerfahrungen gegeben, die die Notwendigkeit eines Lebens in sozialer Verantwortung sichtbar machen: Soziales Verhalten als Wahrnehmung der Verletzlichkeit und Bedürftigkeit anderer ist nicht an besondere Begabungen gebunden, sondern gehört zum Leben eines jeden, ohne das eine Gesellschaft nicht menschlich sein kann. Die Schülerinnen und Schüler lernen Leben aus einer ungewohnten aber wichtigen Perspektive kennen. Sie werden viele ernste Situationen und Probleme erleben, aber auch erfahren, wie viel Freude der Umgang mit behinderten und alten Menschen mit sich bringt. Sie werden ganz neue Fähigkeiten an sich entdecken.

Während des Praktikums sollen die jungen Menschen
  • aufmerksam werden auf die Bedürfnisse, auf die Schicksale und auf die Verletzlichkeit anderer,
  • Ängste und Unsicherheiten vor behinderten und pflegebedürftigen Menschen verlieren,
  • sich der eigenen Verletzlichkeit bewusster werden,
  • erfahren, dass sie gebraucht werden und helfen können,
  • Fähigkeiten entdecken, die sie sonst nicht wahrnehmen würden,
  • Einsichten für die Notwendigkeit einer sozialen uns solidarischen Gesellschaft gewinnen.


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