Schulprogramm 4.2: Lernkonzepte - Lern- und Arbeitsmethoden

Gruppenarbeit beim fächerübergreifenden Projekt "Bauernhof"

Sicherlich ist auch gegenwärtig der Erwerb von „intelligentem Wissen“ – so nennt der renommierte Bildungsforscher Franz Weinert ein wohlorganisiertes, fachlich und überfachlich vernetztes System von flexibel nutzbaren Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnissen und Werthaltungen – das zentrale Bildungsziel eines Gymnasiums. Lernen vollzieht sich an Inhalten, grundlegende Kenntnislücken und Verständnisdefizite müssen nach Auffassung von Weinert vermieden werden. Wissen in den einzelnen Schulfächern muss systematisch erworben werden, ein rein anwendungs- und situationsbezogenes Wissen, dessen Inhalte beliebig sind, reicht nicht aus. Beides aber ist notwendig. Neben dem lehrergesteuerten Unterricht, den der Lehrer oder die Lehrerin nach einer sorgfältigen Diagnose der Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler und den Anforderungen des Lehrplans in dem jeweiligen Fach konzipiert, findet am Widukind-Gymnasium Unterricht in zunehmendem Maße auch in Projekten statt, in denen die Schülerinnen und Schüler eine besonders aktive Rolle haben. Im Projektunterricht lernen sie, wie ihr Wissen in unterschiedlichen Anwendungssituationen genutzt werden kann. In dieser schülerorientierten Unterrichtsform sind Schülerinnen und Schüler Experten ihres eigenen Lernens. Sie lernen das Lernen lernen.

Die Vermittlung von Lern- und Methodenkompetenz war in den vergangenen Jahren einer der Schulentwicklungsschwerpunkte des Widukind-Gymnasiums. Unterstützt und gefördert durch das Projekt „Schule &Co“ im Kreis Herford konnte ein großer Teil des Kollegiums an Fortbildungsmaßnahmen des Kreises teilnehmen und die dort erworbenen Kenntnisse in die Praxis des Schulalltages einbauen.

Auch die Diskussion über die Notwendigkeit, Schülerinnen und Schülern in Deutschland grundlegende methodische Kenntnisse der Textentschlüsselung und Textpräsentation zu vermitteln, damit sie auf internationaler Ebene mit den Pisa-Spitzenreitern konkurrieren können, hat zur Akzeptanz eines systematischen Methodentrainings beigetragen.

Methodentraining in den Jahrgangsstufen 5 bis 8

In den Jahrgangsstufen 5 bis 7 führen wir seit 1998 ein zwei- oder dreitägiges Methodentraining durch, das den Schülerinnen und Schülern dabei helfen soll, selbständig und eigenverantwortlich zu lernen. Seit dem Schuljahr 2004/05 werden auch in der Jahrgangsstufe 8 Methodentage erprobt.

Ziel dieses Methodentrainings ist eine methodische Grundausbildung für alle Schülerinnen und Schüler, die natürlich in den folgenden Jahrgangsstufen gepflegt, gefestigt und erweitert wird. Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen, die ihnen helfen, die in Schule und Beruf anfallenden Aufgaben zu bewältigen. Sie lernen z.B. Informationen zu beschaffen und zu strukturieren, Gelerntes zu behalten und anzuwenden, sich mit anderen über Erfahrenes und Gelerntes auszutauschen, mit anderen zusammen in Gruppen zielorientiert zu arbeiten und Gelerntes und Erarbeitetes angemessen schriftlich oder mündlich zu präsentieren.

Die Trainingseinheiten haben zur Zeit folgende Inhalte:

  • In der Jahrgangsstufe 5 bearbeiten wir die Themen ‚Hausaufgaben', ,Klassenarbeiten vorbereiten' und ,Markieren und Strukturieren'.
  • Das Thema ,Teamarbeit' wird in der Jahrgangsstufe 6 unterrichtet. Dabei werden Regeln für Gruppenarbeit aufgestellt, ein Gruppenarbeitsfahrplan wird erarbeitet und es werden Rollen definiert, die die Gruppenarbeitsmitglieder übernehmen müssen.
  •  'Kommunikation' ist Inhalt der Methodentage in der Jahrgangsstufe 7.
  • Für die Jahrgangsstufe 8 sind folgende methodische Unterrichtsinhalte in der Erprobung: ‚Mindmapping’, ‚Schnelles Erfassen von Informationen (diagonales Lesen, Filmmitschriften), ‚Lernplakate’, ‚Präsentationsregeln’, ‚Kurzvorträge entwickeln und halten’.

Die am Methodentraining beteiligten Lehrerinnen und Lehrer bilden ein Team, das sich dann im Fachunterricht besonders verantwortlich für die Pflege der gelernten Methoden fühlt.

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