Das Ägypten - Projekt der 6. Klasse |
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Seit vielen Jahren gibt es am Widukind-Gymnasium im Fach Geschichte Projekte, die den klassischen Geschichtsunterricht sinnvoll ergänzen. Der klassische Geschichtsunterricht in den Klassen 6 bis10 durchschreitet die Geschichte chronologisch vom Früheren zum Späteren. Dieses Vorgehen wird ergänzt durch Längsschnitte, die den Zusammenhang von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft thematisieren. Den Schülerinnen und Schülern wird durch diese Vorgehensweise ihre Gegenwart als historisches Durchgangsstadium bewusst, sie können ihren eigenen Standort bestimmen. Der moderne Geschichtsunterricht unterscheidet sich dadurch deutlich vom Geschichtsunterricht der Vergangenheit, in dem die reine Stoffvermittlung in chronologischer Reihenfolge im Vordergrund stand. Trotzdem besteht aber auch heute noch die Gefahr, dass trotz Stoffreduzierung Gelerntes an vorhandenes Wissen nur angefügt wird, wenn bei Zeitdruck im Unterricht eine Problemorientierung und Aktualisierung zu kurz kommt. Der Gefahr einer zu geringen Vernetzung des Gelernten versucht die Fachschaft Geschichte dadurch zu begegnen, dass sie im Sinne Weinerts Anwendungssituationen schafft, um Wissen zu verankern. Hier bieten Kulturgüter der Region (Museen, Bauwerke) gute Möglichkeiten. Regionale Bezüge können gerade in der Sekundarstufe 1 helfen, Motivation zu schaffen und Gelerntes zu vernetzen. Notwendige Stoffvermittlung, Problemorientierung und Anleitung zum selbständigen Lernen findet am Widukind-Gymnasium in Einzel- und Doppelstunden und in Projekten statt. Historische Projekte sind eine sinnvolle und notwendige Erweiterung des Unterrichts, da sie im Sinne des entdeckenden Lernens und der Handlungsorientierung Selbständigkeit im Bereich der historischen Erkenntnis fördern und die Anwendung von Fachmethoden trainieren. Dies gilt insbesondere für Projekte, in denen lokale Alltags- und Regionalgeschichte vermittelt wird. Diese Projekte haben in der Tradition des Widukind-Gymnasiums einen hohen Stellenwert und eine hohe Akzeptanz bei Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern. Sie ergänzen den klassischen Unterricht durch Schwerpunktsetzung. So wird an ausgewählten Themen ein vertieftes Verständnis historischer Zusammenhänge erzielt. Erworbene Kenntnisse werden sicherer behalten, weil sie selbständig erarbeitet wurden. Seit 1988 wird am Widukind-Gymnasium in der Klasse 6/2 das Ägypten-Projekt durchgeführt: In themendifferenzierter Gruppenarbeit bearbeiten die Schülerinnen und Schüler selbsttätig und weitgehend selbstorganisiert umfangreiche Materialien. Erprobt wird ein neuer Organisationsrahmen: In Blöcken von jeweils drei Unterrichtsstunden am Nachmittag bereiten die Schülerinnen und Schüler eine zweitägige Exkursion in das Kestner-Museum von Hannover vor. In Klasse 7 wird diese Form des Geschichtsunterrichts, die ausgerichtet ist auf Selbsttätigkeit, Selbstorganisation und Präsentationskompetenz, fortgeführt. In den inhaltlichen Schwerpunkten
werden die in Klasse 6/2 erworbenen Fähigkeiten vertieft und erweitert. Seit 1990 wird im 2. Halbjahr der Klasse 9 der Geschichtsunterricht auf
den inhaltlichen Schwerpunkt „Industrialisierung
in der Region“ ausgerichtet: Die Schülerinnen und Schüler untersuchen an
regionalen Beispielen fördernde Elemente und Hemmnisse für
Industrialisierung. Im Geschichtsunterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler bei einzelnen Lehrerinnen und Lehrern an folgenden außerschulischen Lernorten:
Eine besondere Form des Arbeitens an außerschulischen Lernorten ist die seit Jahren am Widukind-Gymnasium geübte Praxis, dass Schülerinnen und Schülern der Klasse 6 nach der 2-tägigen Exkursion ins Kestner-Museum Hannover ihre Eltern durch die ägyptische Sammlung führen. So können die Schülerinnen und Schüler ihre Präsentationskompetenz vertiefen und erfahren, dass sie nicht nur Mitschülerinnen und Mitschüler, sondern auch Erwachsenen komplizierte Sachverhalte am Exponat veranschaulichen können. Die Eltern erhalten einen Einblick in das Lernen ihrer Kinder. |
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