Widukind-Gymnasium

Fahrten und Partenerschaften

Der Austausch mit Voiron/Frankreich


Seit über 20 Jahren führt unsere Schule einen Austausch mit unserer Partnerschule in Voiron durch. Er findet traditionell in den 9. Klassen statt.

Allgemeine Informationen über Voiron und Umgebung

Voiron liegt etwa 20 km nördlich von Grenoble und hat ca. 19.000 Einwohner. Die Stadt im Département Isère ist bekannt für ihre Textil-, metallverarbeitende, Möbel-, Nahrungs- und Genußmittelindustrie. Außerdem gibt es dort auch eine Skifabrikation. Im Mittelpunkt der Stadt befindet sich die Kirche St.Bruno.

Im Südwesten ragt wie eine Bastion das „Massif du Vercors" auf, im Osten das „Massif de la Chartreuse".

Das Vercors ist heute bekannt durch einige mondäne Skistationen, vor knapp 40 Jahren war es die Hochburg der französischen Résistance und Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen Franzosen und Deutschen. Ganze Dörfer sind ausgerottet worden, und an den Schauplätzen der Kämpfe finden sich Gedenktafeln an das Geschehen und für die Opfer des damaligen „Erbfeindes".

Die Kreideformationen des Vercors begünstigen das Entstehen von Tropfsteinhöhlen z.B. der "Grotte de Choranche". Man kann dort innen hohle „Makkaronistalaktiten" sehen, zum anderen treffen in einem Höhlensee zwei unterirdische Flüsse zusammen – dieses Phänomen ist einzig(artig) in Europa.

Das „Massif de la Chartreuse" erinnert die meisten hierzulande an etwas hochprozentig Alkoholisch-Grünes, wobei das Grüne diesmal nicht von Spinat herrührt, sondern von 130 ausgewählten, in ihrer Zusammensetzung geheimen Kräutern; geheimgehalten von und benannt nach den Mönchen des Kartäuserklosters: Chartreuse Grün.

So lief unser Aufenthalt in Voiron ab:

Nachdem wir am Montag morgen um 6:00 Uhr mit 43 Schülern und 3 Lehrerinnen losgefahren waren, kamen wir in Voiron pünktlich um 20.00 Uhr an und wurden freudig von den französischen Familien begrüßt.

Ablauf des Aufenthalts `98 Séjour`98
Am ersten Tag besichtigten wir die Schule und frühstückten dort, schauten beim Unterricht zu und aßen in der Kantine. Danach gingen wir in die Stadt und besuchten „ les Caves de la Chartreuse". 

An den anderen Tagen gingen wir z.B. auf den Markt. 

Wir machten eine Wanderung auf den Berg „ La Vouise", auf dessen Spitze sich ein Turm mit einer Statue befand.

Die Sonne brannte und der Aufstieg war sehr anstrengend.

Ein anderer Programmpunkt war die Mountainbiketour. Nachdem wir ein Picknick gemacht hatten, besuchten wir das Museum des „Lac de Paladru".

Am Wochenende gab es kein Programm, und wir blieben in den Familien.

Anstatt des Ausfluges nach Briançon fuhren wir nach Lyon, wo es ein großes Einkaufszentrum mit vielen kleinen Boutiquen gibt. Auch die alte Stadt von Lyon haben wir gesehen.

Wir haben die Grotten von Choranche besichtigt und viele Stalaktiten und Stalakmiten gesehen. Danach sind wir mit dem Bus „sehr enge", kleine Straßen am Berg hoch und runter gefahren.

Am letzten Tag haben wir eine Rallye in Voiron gemacht, die trotz der Preise nicht unbedingt im Interesse aller Schüler lag.

Le premier jour, nous avons visité l`école, nous avons eu un petit-déjeuner, nous sommes allés dans des cours et avons mangé à la cantine. Puis, nous sommes allés en ville pour visiter les Caves de la Chartreuse. 

Les autres jours, nous avons visité le grand marché de Voiron, p.e.

Nous avons fait une promenade á «La Vouise» , où il y avait une tour avec une statue. 

Le soleil brillait et l´ascension était très fatigante.

Un autre détail du programme était le tour de V.T.T.. Après cela, nous avons fait un pique-nique et on a visité le musée du Lac de Paladru.

Le week-end, il n´y avait pas de programme et on restait en famille.

Au lieu de faire l`excursion à Briançon, nous sommes allés à Lyon où il y avait un grand centre de commerce et une belle ville.
 

Nous avons visité les Grottes de Choranche et on a vu beaucoup de stalactites et de stalacmites. Puis on est passé par des petits chemins dans la montagne. 

Le dernier jour, nous avons fait une rallye à Voiron, qui n´était pas très intéressant pour tous les élèves bien qu´ il y ait des gentils prix.

Alltagsleben in Frankreich

In Frankreich beginnt der Unterricht wie in Deutschland um 8:00 Uhr. Schulschluß ist dort allerdings erst um 16:00 oder 17:00 Uhr.

Den Rest des Nachmittages nutzten die französischen Schüler für ihre Hobbys, wenn sie dann „vorschriftsmäßig" ihre Hausaufgaben erledigt haben. Die Freizeitgestaltung ist wie bei uns sehr vielseitig. Der eine spielt Badminton oder Fußball, der andere bewegt sich auf der musikalischen Ebene oder trifft sich mit Freunden im Park. Wieder andere fahren sehr viel Fahrrad ( wie Timo bei unserem Frankreichaufenthalt leidlicher Weise erfahren musste ! ) Wir waren empört darüber, dass die Jugendlichen in Frankreich schon mit 14 einen Rollerführerschein ohne jeglichen Unterricht haben können oder schon ab 16 Jahren mit einem Begleiter, der aber selbst im Besitz eines Führerscheins sein muss, Auto fahren dürfen. 

Eine Umgewöhnung erforderte das Essen in Frankreich. Das Leitungswasser, was man ausschließlich in den Familien trank, war ausschlaggebend dafür, dass Schüler vereinzelt am ersten Tag den Supermarkt ansteuerten und Wasser „ avec Gas" einkauften. Einige Gasteltern waren stets bemüht aus jeder Mahlzeit ein Festessen zu machen. Wenn man die Froschschenkel, Schnecken, Austern oder andere deutschuntypischen Spezialitäten nicht mochte oder sich bescheiden zurückhielt, sie zu probieren, hatte man bei mindestens 2-3 weiteren Gängen die Möglichkeit, satt zu werden. Es fiel auf, dass die Franzosen bei jeder Mahlzeit Baguette essen und sich allgemein sehr viel Zeit „pour manger" nehmen. Wenn also abends um 20:00 Uhr zum Essen gerufen wurde, und man sich um 21:30 Uhr langsam dem Nachtisch näherte, war man gut dabei weggekommen! Unser Eindruck war, dass es in französischen Familien im Durchschnitt mehr Kinder gibt. Die Wohnungen sind mit vielen alten Möbeln ausgestattet. Den Beweis für einen nicht so hohen Lebensstandard zeigen z.B. die kleinen Räume, mit deren Anordnung man versucht, an jeder Ecke Platz zu sparen. Die Gärten sind bei den meisten Familien nicht sehr gepflegt.

Überwiegend hatten wir deutschen Schüler einen guten Eindruck von den Familien und „allem drum herum". Die meisten haben sich in Frankreich gut zurecht gefunden, und auch wenn man nach 10 Tagen Französisch sprechen etwas geschafft war, fiel der Abschied vielen schwer.


 



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