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dem Pharao auf der Spur |
| Ort |
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Kestner-Museum
Trammplatz 3
30159 Hannover
Tel. 05 11/1 68-4 21 20
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| von |
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Axel Jürgens
Widukind Gymnasium
Tiefenbruchstr. 22
32130 Enger
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| Meine Erfahrungen mit dem
Kestner-Museum: |

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Das
Kestner-Museum in Hannover bietet Exponate aus dem "Alten Ägypten".
Um das Museum nicht für eine einmalige Besichtigung ("Führung")
zu nutzen sondern als Ort intensiven Lernens, wie unten beschrieben
wird, ist eine enge Kooperation zwischen Museum und Schule geboten.
Ohne die Bereitschaft der Museumsarbeiter, sich bei der inhaltlichen
Erschließung, bei dem Erstellen des organisatorischen Rahmens und
schließlich bei der Durchführung intensiv einzulassen, ist fundierte
Museumsarbeit kaum sinnhaft zu realisieren.
Das Kestner-Museum Hannover hat zu den o.g. Aspekten vorzügliche
Arbeit geleistet. Beispiele:
- Das Museum stellt Arbeitstische in
der Nähe der Ausstellungshalle auf.
- Außerdem wird ein Raum zur Verfügung
gestellt, in dem die Schüler essen und trinken können.
- An den Tagen, an denen unsere Schüler
das Museum als Lernort nutzen, finden keine Führungen statt.
- Die Museumspädagogin ist immer
ansprechbar.
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Geschichtsprojekte
im Museum? - Erfahrungen aus über 15 Jahren Praxis
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Jeder
Lehrer verfügt über das theoretische Wissen und über die Erfahrung,
dass unselbständig Gelerntes in hohem Maße dem Vergessen anheim fällt.
Der Organisationsrahmen eines Unterrichtsvormittags (sechs
45-Minuten-Stunden) provoziert jedoch geradezu unselbständiges
Lernen. Eine Chance zu selbständigem Lernen kann sich eröffnen,
wenn es gelingt
- Schwerpunkte zu setzen
- das Schulgebäude zu verlassen, in
dem in Abständen von 45 Minuten der Lernprozess unterbrochen
wird.
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Hier
bietet das Museum eine Chance. Allerdings
muss
das Museum von den Schülerinnen und Schülern als Lernort aktiv
genutzt werden können.
Hier wird ein Modell vorgestellt, das seit 15 Jahren praktiziert wird,
allerdings immer wieder einer Überarbeitung unterzogen wurde und
wird.
Alle 6. Klassen des Widukind-Gymnasium Enger arbeiten zum Thema
"das Alte Ägypten".
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| Das
Projekt im zeitlichen Ablauf:
1. Vorbereitungsphase
- Übungen im Fach Deutsch:
Informationsentnahme aus Sachtexten ("Aspektanalyse")
- Modell vorstellen, Gruppen bilden:
I. Die Darstellung des Menschen
II. Hieroglyphen
III. Das Grab als Vorsorge für das Jenseits
IV. Frau im Alten Ägypten
V. Götter, Tiere, Menschen - Religion im Alten Ägypten.
Jede/r Schüler(in) bekommt eine themenbezogene Materialienmappe
ausgehändigt, Umfang ca. 40-50 SM-Seiten.
- Themendifferenziertes Arbeiten in
den Gruppen, zeitlicher Umfang: 15-18 Unterrichtsstunden (möglichst
in Form von Doppelstunden). Ziel: Strukturierung des jeweiligen
Teilthemas und Reduzierung zentraler Aspekte auf ca. 5-8
Karteikarten.
2. Arbeit im Museum (zweitägig)
1.
Tag: Die Schülerinnen und Schüler stellen Bezüge her zwischen ihrem
Gruppenthema und Exponanten des Museums. Zielvorgabe: Erstellen eines
schlüssig strukturierten Vortrags und: "Die Exponate zum
Sprechen bringen".
Am Vormittag des 2. Tages: ca. 1-2
Stunden Zeit für Probelauf der Vorträge / Die 5 Gruppen tragen vor.
/ Summe
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| Lohnt
der Aufwand? |
Es
soll nicht verschwiegen werden, dass die Durchführung eines Projektes
wie das oben beschriebene einen immensen Vorbereitungsaufwand
erfordert. U.a. weil ich sehe, daß traditioneller
Geschichtsunterricht von sehr geringer Effiziens ist, bin ich bereit,
diesen Mehraufwand zu leisten.
Die
Schülerinnen und Schüler erhalten hier dagegen eine Chance zu selbständigerem
Lernen. Während im traditionellen Unterricht Schülerinnen und Schüler
nur selten einen Sprechanlass erhalten, der über 20 Sekunden
hinausgeht, sind hier die Schülerinnen und Schüler aufgefordert,
umfangreiche, komplexe Materialien umzusetzen. Jeder einzelne
Gruppenvortrag umfasst 30 Minuten und mehr.
Das Ziel des Faches Geschichte liegt nicht in einer Anhäufung von
Wissen, sondern: in kritischem, möglichst selbständigem Deuten
historischer Relikte; in möglichst selbständigem Urteilen. Der
traditionelle Unterricht bietet dazu nur geringe Chancen.
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| Übertragbarkeit
des Modells? |
Selbstverständlich
ist ein solches Modell übertragbar auf andere Museen. Folgende Grundsätze
sollten beachtet werden:
- Der thematische Schwerpunkt des
Museums muss in 5 bis 6 Teilfelder gegliedert werden, um
themendifferenziertes Arbeiten zu ermöglichen.
- Zu Beginn kann man sich ggf. mit
wenigen Materialien pro Gruppe begnügen; im Laufe der Jahre kann
das ausgeweitet werden.
- Die Mithilfe der Museumsfachleute
ist unerläßlich; allerdings muss auch klar bleiben, dass es sich
um Unterricht handelt.
- Museen am Schulort können auch
schon in der Vorbereitungsphase genutzt werden.
- Es gibt bereits Modelle, wie im
Rahmen der bestehenden gesetzlichen Vorschriften, der
45-Minuten-Unterricht durchbrochen werden kann.
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